Mit einem innovativen Montagesystem für Aluminiumprofile und Zubehörteilen hat sich NORCAN als zuverlässiger Anbieter von Komplettlösungen für die Industrie positioniert. Zum Produktangebot gehören Schutzgehäuse, Arbeitsplätze, Kommissionierwagen, Zuführ - und Fördertechnik. Paul Hannès, zuvor Direktor von INA-Roulments, gründete das Unternehmen 1987 in Haguenau. 2014 wurde es von Stéphane Fauth übernommen, einem von der Welt der Industrie faszinierten ambitionierten Elsässer. Sein Ziel ist es, das Unternehmen international zu stärken.

Der aus Mulhouse stammende Paul Hannès war bereits 63 Jahre alt, als er mit seiner Tochter Marie-José Lambla und seinem Sohn Jean-Victor das Unternehmen NORCAN gründete. Als Widerstandskämpfer während des Zweiten Weltkrieges wurde er im Sicherungslager SchirmeckVorbruck interniert, nach Kriegsende diente er zunächst in der französischen Première Armée. In den nachfolgenden Jahren kam er zu dem Maschinenbauer Manurhin in Mulhouse, wo er später zehn Jahre als Geschäftsführer tätig war. Damals wurden die Brüder Wilhelm und Georg Schaeffler auf ihn aufmerksam, Inhaber von INARoulements mit Sitz im bayerischen Herzogenaurach. 1962 boten sie ihm die Geschäftsführung ihres Werkes in Haguenau an, das heute als „Schaeffler France“ firmiert. Bei seinem Eintritt in das Unternehmen zählte es rund 100 Beschäftigte, als er 1984 in Rente ging, war es auf 1400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewachsen. Der Krieg hatte bei Paul Hannès tiefe Spuren hinterlassen, die sich vor allem in einem „regionalen Patriotismus“ äußerten. 1997 erklärte er es so: „Am besten bereichert man eine Region dadurch, dass man dort Unternehmen gründet, vergrößert und möglichst viele Arbeitsplätze schafft.“

An diesen Grundsatz hielt er sich, als er neben seiner Arbeit bei Schaeffler das auf Linearführungen spezialisierte Unternehmen SM Noral (Société Mécanique du Nord de l’Alsace) gründete. 1987 trat er es an INA Roulements ab und gründete NORCAN. „Einfache, praktische Fixier systeme für Aluminiumprofile waren damals eine Marktlücke“, sagte er später einmal. Mit dem Ingenieur Matthias Keller, den er in sein Team aufnahm, entwickelte er ein Montagesystem für Profile mit M8-Standardschrauben, für das keine Schweißarbeiten erforderlich waren. In den Führungen der Profile können zahlreiche Zubehör artikel befestigt werden. „Am Anfang haben wir meterweise Aluminiumprofile gefertigt und verkauft. Aber wir haben rasch gemerkt, dass wir schlüsselfertige Lösungen entwerfen müssen, um uns von der Konkurrenz abzuheben“, erzählt Marie-José Lambla. Die Tochter von Paul Hannès und Mitgründerin von NORCAN wurde CEO des Unternehmens, während ihr Bruder Jean-Victor als Geschäftsführer für die Logistik und den Verkauf zuständig war. „Wir hatten das Glück, von unseren Eltern auf die Spur gebracht zu werden. Die ganze Familie war stolz, als uns ein Börseneintritt auf dem Sekundärmarkt angeboten wurde! Das Abenteuer dauerte vier Jahre, danach haben wir unsere Anteile zurückgekauft.